Historisches

Geschichte der Bruderschaft


Wie alles begann

Die St. Sebastianus Bruderschaft Allrath wurde nachweislich im Jahr 1533 gegründet. In einer Zeit, in der die Menschen von Kriegen, Seuchen und Pest heimgesucht wurden. Um den Notleidenden zu helfen, wurde in Allrath die Bruderschaft gegründet.

Mehr über die Bruderschaft erfahren Sie in unserer Chronik. 

Hl. Sebastianus


Meilensteine

Unsere Bruderschaft kann auf eine fast 500 Jahre alte Tradition zurückblicken.
Seit ihrer Gründung im Jahre 1533 gab es nicht nur zahlreiche Ereignisse, die die Entwicklung des Vereins geprägt haben. Auch viele Geschichten und Anekdoten verdienen Erwähnung.
Eine Zeitreise durch die Geschichte einer der ältesten Bruderschaften im Rhein-Kreis Neuss kurz und knapp.

Kirchliche und weltliche Vertreter

Brudermeister

von – bisName
2021 – Harald Titzer
2019 – 2021– v a k a n t –
2013 – 2019Ulrich Hassels
1997 – 2013Willi Kremer
1995 – 1996Jakob Raspels
1980 – 1995Ulrich Hassels
1948 – 1980Peter Brosch
1945 – 1948Johann Koch
1939 – 1945während des 2. Weltkriegs ließ Johann Koch das Amt ruhen
1931 – 1939Johann Koch
1927 – 1931Josef Aretz
1918 – 1927– u n b e k a n n t –
1914 – 1918im 1. Weltkrieg war die Stelle vakant
1909 – 1914Johann Fücker
1860 – ?Johann Göbbels
1828 – ?Franz Hagen
1797 – 1828unbekannt
1794 – 1797Wilhelm-Heinrich Klouth
1790 – 1794– u n b e k a n n t –
1789 – 1790Jacobus Pantzer
1788 – 1789Christian Wahlers
1786 – 1788Heinrich Foerster
1784 – 1786Jois Hagen
1782 – 1784Peter Werhan
1781 – 1782Ferdinand Wahlers jr.
1780 – 1781– u n b e k a n n t –
1777 – 1780Christian Claßen
1776 – 1777Peter Friemerstorff
1774 – 1776– u n b e k a n n t –
1770 – 1774Christian Claßen
1765 – 1770– u n b e k a n n t –
1764 – 1765Heribert Küttelwesch
1762 – 1764Peter Steprath
1761 – 1762– u n b e k a n n t –
1760 – 1761Ferdinand Wahlers
1759 – 1760Jakobus Welters
1758 – 1759– u n b e k a n n t –
1749 – 1758Engelbert Mehl
1746 – 1749– u n b e k a n n t –
1738 – 1746Jo(h)ann Claßen
1709 – 1738– u n b e k a n n t –
1708 – 1709Go(e)ddart Büt(t)gen
1630 – ?Wilhelm Bäyer
1533 – 1630– u n b e k a n n t –

Präsides

von – bisName
2018 –– v a k a n t –
1990 – 2018Jos Houben
1988 – 1990Eduard Gijsen
1985 – 1988Friedrich Stenger
1978 – 1984Dr. Augustinus Drozdik
1958 – 1978Theodor Stücker
1936 – 1958Heinrich Webers
1925 – 1935Joseph Feldmann
1916 – 1925Franz Xaver Coenen
1893 – 1916Hermann Wilhelm Herveling
1887 – 1892Heinrich Happekotte
1875 – 1886Hermann Josef Heckhausen
1835 – 1875Hermann Josef Pannenbecker
1819 – 1835Heinrich Anton Oeppen
1791 – 1819Peter Josef Claessen
1773 – 1791Johann Adam Hages
1771 – 1773Johann Theodor Coenen
1755 – 1771Wilhelm Wolff
1728 – 1755Johann Peter Steprath
1706 – 1727Johannes Blittersdorf
1701 – 1706– u n b e k a n n t –
1687 – 1701Heinrich Curtius
1671 – 1687Johannes Grünreiß
1641 – 1671– u n b e k a n n t –
1634 – 1640Johannes Martini
1622 – 1634Johannes Kingius
1582 – 1622Johannes Stut
1579 – 1582Göddart Schmit
1550 – 1579Emont Brüchelmann
1534 – 1550– u n b e k a n n t –
1533– u n b e k a n n t –

Könige

JahrNameS.M. / I.M.
2026Daniel KesselDaniel I.
2025Rebecca KampfRebecc I.
2024Monika RomanskiMonika I.
2023Bianca TitzerBianca I.
2020 – 2022 (Corona-Pandemie)Willi KremerWilli V.
2019Peter Josef GeislerPeter Josef II.
2018Heinz-Gerd PaulsenHeinz-Gerd IV.
2017Norbert BringsNorbert II.
2016Edi MeijerEdi III.
2015Helmut KlougtHelmut IX.
2014Ulrich HasselsUlrich II.
2013Heinz-Gerd PaulsenHeinz-Gerd III.
2012Gerd TitzerGerd I.
2011Rainer BonnRainer I.
2010Rudi GeislerRudi I.
2009Peter-Josef GeislerPeter-Josef I.
2008Marian DragaMarian I.
2007Edi MeijerEdi II.
2006Heinz-Gerd PaulsenHeinz-Gerd II.
2005Lothar ZimmermannLothar I.
2004Karl-Heinz OhremKarl-Heinz I.
2003Michael PaulsenMichael I.
2002Karl-Heinz KönenKarl-Heinz I.
2001Helmut KlougtHelmut VIII.
2000Heinz-Gerd PaulsenHeinz-Gerd I.
1999Peter OhremPeter IV.
1998Helmut BauesHelmut VII.
1997Wilhelm KremerWilhelm IV.
1996Jakob RaspelsJakob I.
1995Josef SebastianJosef II.
1994Anton WolmerathAnton III.
1993Ulrich HasselsUlrich I.
1992Ralf KlougtRalf I.
1991Helmut KlougtHelmut VI.
1990Edi MeijerEdi I.
1989Helmut BauesHelmut V.
1988Egbert LapEgbert I.
1987Georg StaniekGeorg I.
1986Harald TitzerHarald I.
1985Norbert BringsNorbert I.
1984Helmut KlougtHelmut IV
1983Hans WeihrauchHans II.
1982Bruno BöttcherBruno I.
1981Heinrich WinkelHeinrich V.
1979 / 1980Josef WinkelJosef I.
1978Helmut KlougtHelmut III.
1977Franz NießenFranz V.
1976Hans MüllerHans I.
1975Herbert PeifferHerbert I.
1974Julius VogtJulius I.
1973Helmut KlougtHelmut II.
1972Heinrich FunkHeinrich IV.
1971Johann SchmitzJohann VII.
1970Paul GluchPaul I.
1969Wilhelm PeifferWilhelm III.
1968Hubert KrüppelHubert II.
1967Helmut KlougtHelmut I.
1966Theodor StöckerTheodor I.
1965Wilhelm SchlossmacherWilhelm II.
1964Peter WeitzPeter III.
1963Friedrich (Fritz) SchröckFriedrich II.
1962Franz NießenFranz IV.
1961Johann BeckerJohann VI.
1960Johann KremerJohann V.
1959Heinrich WebersHeinrich III.
1958Heinrich FunkHeinrich II.
1957Heinrich KaiserHeinrich I.
1956– u n b e k a n n t –
1955Wilhelm SchmitzWilhelm I.
1954Peter BroschPeter II.
1953Anton SchäbenAnton II.
1952Johann BrandJohann IV.
1945 – 1951– u n b e k a n n t –
1936 – 1944Nationalsozialismus und 2. Weltkrieg
1935Hubert SchnitzlerHubert I.
1934Reiner FüsserReiner I.
1933Matthias KönenMatthias I.
1932Johann KochJohann III.
1931Friedrich KemmerlingFriedrich I.
1918 – 1930– u n b e k a n n t –
1913 – 19171. Weltkrieg
1851 – 1912– u n b e k a n n t –
1850Peter-Matthias KratzPeter I.
1845 – 1849– u n b e k a n n t –
1844Anton KindgenAnton I.
1843Johann PauzsJohann II.
1841 – 1842– u n b e k a n n t –
1840Franz LeuffenFranz III.
1829 – 1839– u n b e k a n n t –
1828Franz HagenFranz II.
1827– u n b e k a n n t –
1826Engelbert HagenEngelbert I.
1824 – 1825– u n b e k a n n t –
1823Johann HagenJohann I.
1822Franz HagenFranz I.
1533 – 1821– u n b e k a n n t –

Königssilber

Königssilber von 1843


Als Zeichen der Würde

Das dargestellte Königssilber von 1843 ist vermutlich eine Nachbildung der ursprünglichen Königskette aus dem Jahre 1756. Diese Kette (Vogelskette) wurde durch den Kölner Goldschmied Constantinus Gehlen anfertigt, wie der Text der noch vorliegenden Rechnung bestätigt (in rheinischem Deutsch):

Königskette von 2014

Dokumente aus alter Zeit

Genehmigung der Satzung


Satzung von 1630

Der Text der historischen Satzung der St. Sebastianus Bruderschaft Allrath wurde anhand der vorliegenden Originaldokumente von Herrn Franz Nieißen im Jahre 1977/78 übersetzt und auf dem Bruderschaftsfest (heute Sebastianusfest) 1979 den Mitgliedern erstmals öffentlich vorgestellt.
Eine fachliche Überarbeitung des Textes erfolgte durch den Kölner Historiker Dr. Wilhelm Lauth anlässlich des 475-jährigen Vereinsjubiläums im Jahre 2008.
Die folgenden Seiten beinhalten die Übersetzung der einzelnen Absätze der Satzung:

Dokument von 1754


"Schweigegelübde"

In dem Dokument vom 04.02.1754 werden seitens des damaligen Pastors Johann Peter Steprath die Missbräuche –excesse-, wie z.B. das Brechen des ‚Schweigegelübde‘ während des Essens oder der übermäßige Genuss von Bier in der Sankt Sebastianus Bruderschaft Allrath 1533 e.V. beklagt.  Pastor Johann Peter Steprath verweist in diesem Schreiben auch besonders auf die am 23.05.1630 von Joan Heinrich Schall von Vehl als ‚ambtmann‘ aufgestellt und niedergeschriebenen Statuten der Bruderschaft, in der die Regeln für das Zusammenleben der Brüder und Schwestern niedergeschrieben sei. Weiter befürchtet er, dass das religiös geprägte Zusammenleben in der Bruderschaft schweren Schaden nehme, wenn der Brudermeister diesen ‚sündigen excessen‘ nicht umgehend Einhalt gebieten werde.

Dokument über Geldgeschäfte


"Geldgeschäfte der Bruderschaft"

In dem Dokument vom 08.04.1786 wird über die Geldgeschäfte der Sankt Sebastianus Bruderschaft Allrath 1533 e.V. berichtet. Im ersten Teil des Schreibens wird über die Übertragung einer Erbschaft berichtet.

Zitat: „wir, Joan Jacob von Keyl, Hoffrath und Vogt der Stadt und amts Grevenbroich und ohren * ) Peter Blankenstein, Franz Welters und Peter Nachkötter  .  .  .  thun kund fügen zu wissen, welcher gestalten unterens heutigen Dato vor uns kommen und persönlicjh erschienen der Ehrsame wohlachtbare Leonard Pausz annoch ledigen stands zu erkennen geben, daß er von der hochlöblichen Bruderschaft zu aldenrath zu seinem Nutzen besonders zur Ankaufung eines antheils Erbschaft von seiner Schwester empfangen die Summam von einhundert Reichsthalern“  

( *) vermutlich als Zeugen benannt)

Im weiteren Teil des Schreibens werden Regularien zu beachten und welche Pacht- und Zinszahlungen zu leisten sind. Ebenso werden die Verpflichtungen zu den Zahlungen in Naturalien beschrieben. Über die vorgenannten Zahlungen und Einkünfte hinaus hatte die Bruderschaft noch weitere, ergiebige Geldquellen in Form von Gebühren und Bußgeldern, die zu allen möglichen „Vergehen“ erhoben wurden, die zum Teil auch in dem obigen Dokument erwähnt werden.

Traditionen


Schinkenessen

Das ‚Schinkenessen‘ ist eine uralte Tradition der Sankt Sebastianus Bruderschaft Allrath und war ein Bestandteil der Veranstaltungen zum Königschießen. Dieses ‚Schinkenessen‘ wurde bereits in der Satzung von 1630 verankert, und die Regularien sind bis heute nahezu unverändert beibehalten worden. Auch in der aktuellen Satzung ist das ‚Schinkenessen‘ verankert.


König- und Pokalschießen

Ebenso wie das ‚Schinkenessen‘ ist auch das ‚Königschießen‘ bereits in der Uralt-Satzung von 1630 verankert und bis heute ein fester Bestandteil im Jahreskalender der Sankt Sebastianus Bruderschaft Allrath 1533 e.V. Ebenso wie das ‚Schinkenessen‘ ist auch das ‚Königschießen‘ in der heutigen aktuellen Satzung noch verankert. 

Gnadenbild in St. Remigius Bergheim


Bergheim-Wallfahrt

Die jährliche Wallfahrt der Sankt Sebastianus Bruderschaft Allrath 1533 e.V. stammt aus einem Gelübde, das die Allrather Bevölkerung einmal im Jahre 1533 abgegeben hatte.

Als in Allrath (u.a.: Aldenrath, Aldenroyde, Aldenrode genannt) die grauenvolle Seuche oder Pest um das Jahr 1533 wütete, flohen die Einwohner des besagten Dorfes unter den Schutz der heiligen Jungfrau Maria und des heiligen Märtyrers Sebastian und errichteten zur Ehre der unbefleckt empfangenen heiligen Jungfrau Maria und des heiligen Sebastian eine Bruderschaft, die sie aus Gemeindeeigentum und natürlich auch durch Belastung ihrer Äcker begründeten und stifteten.


Bittprozessionen

Die Prozessionen können als spätantike Umformung der römischen Flurumgänge, der Ambarvalia , verstanden werden. Möglicherweise sind sie auch in Verbindung zu bringen zu germanischen Rechtsbräuchen, wonach jeder Grundeigentümer einmal im Jahr seinen Besitz umschreiten musste, um den Besitzanspruch geltend zu machen bzw. aufrecht zu erhalten.

Der heilige Johannes Chrysostomos (*344/349 in Antiocha am Orntes, heute Türkei – †407 in Komana-Pontika, heute Türkei) ordnete im April 399 wegen anhaltenden Regens einen Bittgang an.

Fahnen und Embleme

Vorderseite


Fahne von 2003

Im Jahre 2003 konnte die Bruderschaft eine weitere, große und aufwendig gestaltete Stickfahne erwerben. An dieser Stelle sei vermerkt, das nicht bekannt ist, ob und in welchem Umfang die Bruderschaften schon vor diesem Zeitpunkt Fahnen oder Standarten ihr Eigentum nennen konnten. 

Rückseite
Fahnenwimpel


Fahnenwimpel von 1933

Dieser Fahnenwimpel wurde im Jahre 1933, anlässlich des 400-jährigen Vereinsjubiläums der Sankt Sebastianus Bruderschaft 1533 e.V. von den ‚Frauen und Jungfrauen‘ gestiftet. Hierbei ist die katholische Frauengemeinschaft (ehem. Kfd) des Ortes gemeint, die damals schon zum überwiegenden Teil auch die Mitgliedschaft, erworben zum überwiegenden Teil durch Heirat mit einem Mitglied der Bruderschaft, in der örtlichen Sebastianus Bruderschaft besaßen.

Schwenkfahne


Schwenkfahne von 1892

Die Sankt Sebastianus Bruderschaft Allrath 1533 e.V. konnte im Jahre 1892 eine weitere große und aufwendig gestaltete Schwenkfahne erwerben. An dieser Stelle sei vermerkt, das nicht bekannt ist, ob und in welchem Umfang die Bruderschaften schon vor diesem Zeitpunkt Fahnen oder Standarten ihr Eigentum nennen konnten. Zwar ist zu vermuten, dass es vorher schon Fahnen, Banner oder Standarten im Besitze des Vereins gegeben haben könnte, aber hierzu liegen keine Belege vor.

Vorderseite


Fahne von 1882

1882 konnte die Bruderschaft erstmals eine gestickte Fahne ihr Eigen nennen. Diese sogenannte „Stickfahne“ ist aufwendig – in rotem Samt mit grünem Randstreifen ebenfalls aus Samt, jeweils mit Goldtressenband eingefasst – gestaltet und besteht aus zwei unterschiedlichen und aufeinander genähten Fahnentüchern  (Doppeltuchfahnen), die jeweils mit unterschiedlichen Randmotiven reichlich bestickt sind.

Rückseite
Vorderseite


Schwenkfahne von 1880

Die Sankt Sebastianus Bruderschaft konnte im Jahre 1880 eine neue große und aufwendig gestaltete Schwenkfahne erwerben. Diese Schwenkfahne ist beidseitig bemalt und zeigt rechts den Namenspatron der Bruderschaft, den hl. Sebastianus als Märtyrer, und links den Evangelisten und Pfarrpatron, den hl. Matthäus.
Im oberen mittleren Hintergrund wird die Mutter Gottes mit dem Jesuskind auf dem Schoß dargestellt; in Anlehnung an die ursprüngliche Namensgebung der Bruderschaft „Zu Ehren der hl. Mutter Gottes und des hl. Sebastianus“. 

Gebetsstock und Lanze

Gebetsstock


Gebetsstock

Die Lanze gehört wie der Gebetsstock und – später – auch der Rosenkranz zu einer ‘‘Grundausrüstung‘‘ einer Bruderschaft. Hatte die Lanze, meist auch mehrere in einer Bruderschaft, ursprünglich reine Selbstverteidigungszwecke, so wurde die Lanze im Laufe der Jahre doch immer mehr zum symbolischen Zeichen der Führung der Bruderschaft.

Lanze

Bilderstock und Wegekreuze

Bilderstock


Bilderstock von 1998

Bereits im Jahre 1993 hatte der Brudermeister Ulrich Hassels die Idee, einen Bilderstock für den Patron der Bruderschaft, dem hl. Sebastianus, zu errichten. Mit viel Eifer wurden Ideen entwickelt, wie der Bilderstock aussehen sollte, welche Größe er haben sollte und wo er schließlich errichtet werden könnte. In vielen mühsamen Sitzungen und Gesprächen mit der Verwaltung der Stadt Grevenbroich, mit dem Kirchenvorstand St. Matthäus Allrath, den Firmen Rheinbraun AG, Erftwerk AG (heute Real Alloy), RHEBAG (heute HYDRO) und RWE galt es, diese Idee Realität werden zu lassen. Nicht nur die finanzielle Frage musste geklärt werden, auch die Standortfrage schien zu einem unendlichen Probleme zu werden.

Wegekreuz B59


Wegekreuz an der B59

Das hier beschriebene Wegekreuz, welches seit vielen Jahren durch die Sankt Sebastianus Bruderschaft Allrath 1533 e.V. gepflegt wird, steht auf Bundesgelände am Rand der Bundesstraße 59 (B 59) auf der rechten Seite in Fahrtrichtung Grevenbroich, in Höhe des Parkplatzes der Fa. HYDRO AG (früher VAW / RHEBAG).
Das Kreuz wurde Mitte der 1950er Jahre (genaues Errichtungsdatum nicht bekannt) an einer anderen, etwas näher zu Allrath liegenden Stelle errichtet.

Wegekreuz Vollrather Höhe


Wegekreuz "Vollrather Höhe"

Das hier beschriebene Wegekreuz, welches seit vielen Jahren nun am Aufgang der Allrather Seite zur Vollrarther Höhe steht, stand ursprünglich am Flothgraben zwischen Allrath und Barrenstein in unmittelbarer Nähe zum Bahndamm der Eisenbahnverbindung Mönchengladbach – Grevenbroich – Köln. Diese Bahnverbindung wurde auf Vorschlag des preußische Handelsministers Graf Heinrich Friedrich August von Itzenplitz, der Vermittlung des Oberhofmeisters von Kaiserin Augusta, Maximilian Bertram Graf von Nesselrode – Ehreshoven, 1869 erstmals geplant und durch den Eisenbahnminister Albert von Maybach schließlich genehmigt und 1899 in Betrieb genommen.

Stiftungen

Im Mittelalter entstanden Stiftungen als „Stift“ aus dem religiösen Glauben der Stifter, die ihr Seelenheil sichern wollten. Die Stifter gaben Vermögen, um sich durch Messen und Gebete im Stift einen Platz im Himmel zu sichern und Sünden abzubüßen. Dies führte zur Gründung von Institutionen wie Klöstern, Hospitälern und anderen sozialen Einrichtungen. 
Mehr zum Thema Stiftungen lesen Sie hier.

Ziborium


Ziborium

Das Ziborium besteht aus Silber und Kupfer und wurde im Jahre 1685 anläßlich der jährlichen Rhenten‘  – Zahlungen (Zins- / Pachteinnahmen der Bruderschaft) der Mitglieder der Sankt Sebastianus Bruderschaft angefertigt. Der Kirchengemeinde St. Matthäus wurde das Ziborium überreicht als äußeres Zeichen des Wohlstandes,  als Zeichen des Glaubens und aus Dankbarkeit der 1533 e.V. gegründeten Bruderschaft. Die Sankt Sebastianus Bruderschaft Allrath verfügte in diesen Jahren –ca. 150 Jahre nach ihrer Gründung- bereits über ein beträchtliches Vermögen an Gold und Silber, sowie an großen Ländereien, die an die Mitglieder der Bruderschaft verpachtet werden konnten.

Unterseite
Tischkreuz


Tischkreuz

Das Tischkreuz besteht ebenso wie das Ziborium aus Silber und Kupfer und wurde –sehr wahrscheinlich- ebenfalls im Jahre 1685 durch den gleichen Goldschmied angefertigt, der auch das Ziborium angefertigt hat.  Die Machart, die Art der Verzierungen (Ziborium und Tischkreuz) und auch die Gravur auf dem Ziborium im Vergleich zum eingearbeiteten Schriftzug sind nahezu identisch, deshalb liegt die Vermutung nahe und lässt den berechtigten Schluss zu, dass dieses Tischkreuz und das Ziborium Bestandteil der Schenkung im Jahre 1685 an die Kirchengemeinde St. Matthäus Allrath waren.

Messpollen auf Tablett


Messpollen und Weihrauchschiffchen

Im Jahre 1859 / 60 wurde das inzwischen beträchtlich angewachsene Vermögen der Sankt Sebastianus Bruderschaft Allrath 1533 e.V. in Folge der Gesetzgebung der französischen Besatzung und auch interner Diskussionen über die weitere Verhaltensweise der Bruderschaft gegenüber den Besatzungsmächten, an die Kirchengemeinde Sankt Matthäus Allrath übertragen.

Weihrauchfass mit Schiffchen und Löffel